Zur Osterhöhle
Zur Osterhöhle
Am Nürnberger Hauptbahnhof trafen sich 17 gut gelaunte Wanderinnen und Wanderer, die gemeinsam zur Osterhöhle aufbrechen wollten. Der Neukirchener Höhenweg führt über schöne Wald- und Wiesenwege zu beeindruckenden Felsformationen und geheimnisvollen Höhlen in der Fränkischen Alb bei Sulzbach-Rosenberg.
In Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg angekommen, begann unsere Wanderung. Zunächst liefen wir ein Stück durch den Ort, bis uns am Ortsrand ein Wegweiser zum Franzosenloch und zum Windloch führte. Ein schmaler, unscheinbarer Pfad schlängelte sich den Hang hinauf. Plötzlich entdeckten wir den Trampelpfad zum Windloch. Sofort packten die Kinder ihre Taschenlampen aus und verschwanden neugierig im dunklen Loch.
„Schnell einmal durchzählen! Hoffentlich hat das Windloch kein Kind verschluckt!“, scherzten wir. Doch alle kamen strahlend wieder heraus und erzählten begeistert von ihrer kleinen Entdeckung.
Weiter ging es bergauf zum Franzosenloch, einer offenen Felsenhöhle. Natürlich kletterten alle hinein, schauten neugierig aus der Höhle heraus und ich machte ein Erinnerungsfoto.
Nun führte uns der Trampelpfad wieder bergab. Über eine Wiese erreichten wir das kleine Dorf Peilstein, das wir durchquerten. Am Ortsende zeigte ein Wegweiser den weiteren Weg zur Osterhöhle. Durch Wiesen gelangten wir schließlich in den Wald. Dort suchten wir uns ein schattiges Plätzchen und packten unsere Rucksackverpflegung aus.
Frisch gestärkt warteten schon die nächsten Abenteuer. Direkt am Wanderweg lagen zahlreiche größere und kleinere Höhlen. Siggi zog mit den Kindern und einigen mutigen Erwachsenen los. Gemeinsam erkundeten sie das Birkenfelstor, die Geiskirchen-Felsenhöhle, den Geisbrunnen, die Bettelmannskuchenhöhle, das Bärenloch und die Buchberghöhle. Manche Höhlen konnten nur auf allen Vieren kriechend erkundet werden – genau das machte den jungen Höhlenforschern besonders viel Spaß.
Währenddessen spazierte ich mit einer Mutter, der die felsigen Anstiege etwas zu anspruchsvoll waren, gemütlich auf dem „Oma-Weg“ am Fuße der Felsen entlang. Kurz vor der Osterhöhle trafen wir wieder auf die anderen.
Ich besorgte inzwischen die Eintrittskarten für die Höhlenführung. Bis es losging, gönnten wir uns noch eine kleine Erfrischung in der Waldschänke.
Am Eingang begrüßte uns die Rangerin, verteilte Helme und Lampen und führte uns tief hinein in die geheimnisvolle Unterwelt der Osterhöhle. Zwischen beeindruckenden Tropfsteinen erfuhren wir viel Interessantes über ihre Entstehung.
Als wir wieder ans Tageslicht kamen, froren einige Kinder ordentlich. In der Höhle herrschen nämlich das ganze Jahr über nur 8 °C. Draußen war es dagegen schwülwarm. Während wir uns wieder aufwärmten, hörten wir bereits das erste Donnergrollen.
Also machten wir uns zügig auf den Rückweg. Ein kurzer, aber kräftiger Regenschauer überraschte uns noch unterwegs. Zum Glück erreichten wir bald die Bahngleise, die uns zurück zum Bahnhof Neukirchen führten.
Dort wartete schon unser Zug – allerdings auf dem falschen Gleis! Schnell liefen wir durch die Unterführung, sprangen gerade noch rechtzeitig hinein und staunten nicht schlecht: Der Zug fuhr tatsächlich zehn Minuten früher ab als im Fahrplan angegeben.
Der Lokführer grinste nur und meinte trocken: „Heut' ist alles anders!“
Mit vielen spannenden Höhlenerlebnissen und einem kleinen Abenteuer zum Schluss fuhren wir schließlich zufrieden wieder nach Hause.
Eure Waltraud