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Wir folgen Reinecke Fuchs

Vom Bahnhof in Hersbruck aus machten wir uns auf den Weg und stiegen hinauf zum Michelsberg. Am Ortsrand ging der Weg in einen Feldweg über, von dem aus wir schon von Weitem den Großen und den Kleinen Hansgörgel sehen konnten. Durch den Ort Kühnhofen liefen wir ein Stück die Straße entlang, bis wir links in den Fuchsauweg einbogen.

Gleich zu Beginn entdeckten wir am Wegesrand einen Kasten mit der Aufschrift „Schau mal rein“. Natürlich öffneten wir ihn neugierig und fanden Bücher, Inliner und andere Dinge zum Mitnehmen. Wir ließen alles liegen und wanderten – bei leichtem Nieselregen – weiter bis zum offiziellen Startpunkt des Fuchsauwegs. Dieser beginnt nach der Brücke an einem kleinen Rastplatz direkt am Wasser.

Ein paar Stufen führten hinunter zu einem Springbrunnen im Bach. „Hier kann man gut Wassertreten – aber heute ist es dafür zu kalt!“, waren sich alle einig. Wir studierten die Beschreibung auf der Infotafel und setzten unsere Wanderung auf dem Feldweg fort.

Unterwegs kreuzte eine Herde Kühe unseren Weg, bevor wir schließlich zur „Gluckersenke“ kamen. Dort hörten wir das Wasser des Sittenbachs rauschen. An der nächsten Station hieß es: „Ich sehe was, was du nicht siehst“ – und die Kinder fanden den Fuchs in seinem Bau blitzschnell. Beim nächsten Schild „Zähneputzen beim Naschen“ entdeckten wir den Bieber, der an einem Baumstumpf genagt hatte.

Immer wieder gab es Neues zu entdecken: In den Bäumen blickten uns Eulen, Waschbären, Hasen und Schmetterlinge entgegen. Der Weg führte weiter zu einem Seerosenteich. Die Seerosen standen in voller Blüte und boten einen wunderschönen Anblick, während Schlotfeger den Rand des Teiches säumten. Wir folgten dem Ufer – bis plötzlich Schluss war: Privatbesitz! Also hieß es umdrehen.

Zurück im Wald erreichten wir die nächste Station des Fuchsauwegs. Dort stand: „Suche den zweiten Schuh“. Gefunden haben wir ihn zwar nicht, aber der große Holzschuh wurde ausgiebig bestaunt. Weiter ging es bis zu einem Abzweig zurück in den Ort, wo wir erneut Kühen begegneten. Ein Schild forderte uns auf: „Wir sollen putzen“ – doch weit und breit war nichts zu putzen. Gleich gegenüber entdeckten wir die Baumbank zum Ausruhen: Ein Baum, dessen unterster Ast waagerecht aus dem Stamm wuchs und sich dann nach oben bog. Immer zwei Kinder fanden darauf Platz und machten es sich gemütlich.

Am Ortsanfang stand eine Scheune mit einem Tier-Messmaß. Je nach Größe waren die Kinder nun Igel, Hase oder Reh. Auf der Rückseite der Scheune waren große Schmetterlingsflügel aufgemalt – die Kinder stellten sich nacheinander davor und wurden zum Schmetterlingskörper. So entstanden viele schöne Erinnerungsfotos.

Damit schloss sich der Rundweg des Fuchsauwegs. Am Rastplatz am Sittenbach packten wir unsere Rucksackverpflegung aus – zum Glück hatte der Regen inzwischen aufgehört. Auf dem Rückweg kamen wir an einer Scheune vorbei mit der Aufschrift: „Selbst gemachtes Eis vom Bauern“. Als Belohnung für das tapfere Wandern spendierte ich den Kindern ein Eis.

Als wir schließlich wieder am Bahnhof in Hersbruck ankamen, war das Eis längst aufgegessen – aber die Erinnerungen an diesen abwechslungsreichen Tag blieben.

Eure Waltraud